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Bücher zu Psychotherapie für Trauma, Traumatherapie und Psychotraumatologie aus dem Klett-Cotta Verlag
 
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Trauma & Gewalt 2014 Heft 04
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Editorial
 
 
  Armbruster, Jan; Kumbier, Ekkehardt ; Stommer, Rainer
    257  -  257
 
Wissenschaft
 
 
  Armbruster, Jan; Freyberger, Harald J.
Zwangssterilisation und »Euthanasie« in Pommern
Eine Bestandsaufnahme mit Blick auf die frühen Patiententötungen auf polnischem Gebiet
    260  -  271
  Zusammenfassung >> Summary >>
Zusammenfassung:
Die Bestandsaufnahme der Forschungen zu den Zwangssterilisationen und zum »Euthanasie«-Programm während der Zeit des Nationalsozialismus ergibt für die preußische Provinz Pommern eine spezifische Besonderheit. Bereits vor dem offiziellen Beginn der zentralen »Aktion T4« im Januar 1940 erfolgten in Regie der Gauleiter der Gaue Danzig-Westpreußen und Pommern, Albert Forster (1902 – 1952) und Franz Schwede-Coburg (1888 – 1960), umfangreiche Patiententötungen. Im September 1939 wurde mit der Liquidierung von Patienten aus Anstalten auf polnischem Territorium begonnen. Im November 1939 begann zudem die Räumung der pommerschen Landesheilanstalt Stralsund als erster Anstalt auf deutschem Boden zur weiteren Nutzung als SS-Kaserne. 1400 Patienten aus den Anstalten des pommerschen Provinzialverbandes wurden bis Anfang Dezember 1939 in Piaśnica bei Weiherowo/Neustadt erschossen.
Summary:
Forced Sterilisation and »Euthanasia« in Pomerania – Early extermination of patients on Polish territory
A stocktaking of the research done on forced sterilisation and the euthanasia drive during the Nazi era has revealed that in one way at least the Prussian province of Pomerania stood out from other German regions. Even before the official start of Action T4 in January 1940, the officers in charge of the administrative district of Gdansk-West Prussia, gauleiter Albert Forster (1902 – 1952) and gauleiter Franz Schwede-Coburg (1888 – 1960) had ordered the large-scale extermination of hospitalised psychiatric patients. The first of these patients killed on Polish territory lost their lives as early as September 1939. The Regional Psychiatric Hospital of Stralsund, Pomerania (Landesheilanstalt Stralsund) was the first of its kind in Germany to be vacated and converted for use as an SS barracks (November 1939). By early December 1939, 1,400 patients from hospitals belonging to the Pomeranian Association of Psychiatric Hospitals had been shot in Piaśnica near Weiherowo/Neustadt.
 
 
  Haack, Kathleen; Kumbier, Ekkehardt
Verbrechen an psychisch Kranken und Behinderten in Mecklenburg während der NS-Zeit
    272  -  284
  Zusammenfassung >> Summary >>
Zusammenfassung:
Unter dem euphemistisch-zynischen Begriff der »Euthanasie« wurden zwischen 1939 und 1945 systematisch mehrere hunderttausend kranke und behinderte Menschen ermordet. Für die Region Mecklenburg fehlt noch immer eine Bestandsaufnahme dieser Vorgänge. Auch wenn man die Zahl der Opfer, die im Rahmen der »Aktion T4« getötet worden sind, mit 420 bis 500 relativ genau angeben kann, ist über die zweite Phase, den regionalisierten Patientenmord, bisher kaum etwas bekannt. Vor dem Hintergrund der Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung der Bevölkerung während des Zweiten Weltkriegs war die Tötung eine Folge des Verdrängungsprozesses, bei denen Psychiatriepatienten der geringste Stellenwert zugemessen wurde. Ab 1943 kann man für Mecklenburg nur noch von einer restpsychiatrischen Versorgung sprechen, bei der die Heil- und Pflegeanstalt Sachsenberg (Schwerin) zum Dreh- und Angelpunkt von Patientenverlegungen inner- und außerhalb Mecklenburgs geworden war und wo, je nach Notwendigkeit des Krieges, selektiert, verlegt und vor Ort mit Medikamenten getötet wurde. Verantwortlich dafür war vor allem Dr. Alfred Leu.
Summary:
Crimes against the Mentally Sick and the Handicapped in Mecklenburg during the Nazi Era
Between 1939 and 1945 the cynical euphemism »euthanasia« was used by the Nazis to refer to the systematic extermination of hundreds of thousands of sick and disabled people. In the Mecklenburg region, an inventory of occurrences of this kind is still conspicuous by its absence. Though it is possible to say with a fair degree of accuracy that the number of victims killed in the context of the »Action T4« euthanasia drive was between 400 and 500, little is known about the second phase known as »regionalised extermination of patients«. In the context of a bid to maintain medical care for the population during World War II, these killings were the product of an ongoing process of repression in which psychiatric patients were accorded the lowest significance of all people receiving medical attention. As of 1943, psychiatric care in Mecklenburg was all but non-existent. In this connection, Sachsenberg psychiatric hospital (Schwerin) became the pivotal institution. Patients from Mecklenburg and elsewhere were sluiced through the hospital, where they were selected, relocated or killed on the spot by lethal doses of medical drugs. The chief offender in this respect was Dr. Alfred Leu.
 
 
  Haack, Kathleen; Häßler, Frank; Kumbier, Ekkehardt
»Kindereuthanasie« in Mecklenburg
Zum Schicksal der »Sonnenlandkinder« aus Lobetal (Lübtheen)
    286  -  293
  Zusammenfassung >> Summary >>
Zusammenfassung:
Den Tötungen im Rahmen der nationalsozialistischen »Euthanasie« fielen auch mehrere tausend Kinder und Jugendliche zum Opfer. In eigens dafür geschaffenen Kinderfachabteilungen wurden die für die Gemeinschaft und für künftige Generationen nicht tragfähig Erscheinenden selektiert und schließlich ermordet. Auch Zöglinge aus Fürsorgeeinrichtungen und Kinderheimen, häufig konfessioneller Art, rückten zunehmend ins Blickfeld. Nicht selten gab es regionale Interessen, solche Einrichtungen kriegswirtschaftlich zu nutzen. Ein solches Beispiel ist das der Lobetaler Anstalten bei Lübtheen (Mecklenburg). Durch die Enteignung der Einrichtung, initiiert durch den Gauleiter Friedrich Hildebrandt, war der Weg zur Ermordung der dort betreuten geistig behinderten Kinder frei. Sie wurden in die Kinderfachabteilung Lewenberg (Schwerin) verlegt und dort größtenteils auf Veranlassung des Leiters der Abteilung, Dr. Alfred Leu, ermordet.
Summary:
Child Euthanasia in Mecklenburg – The fate of the Sonnenland children from Lobetal (Lübtheen)
Several thousand children and adolescents were killed in the euthanasia programme devised by the Nazis. In »special children’s wards« those youngsters considered a burden to the community and to future generations were singled out and ultimately murdered. Boarding pupils from care organisations and children’s homes (often denominational) also started to come in for closer scrutiny. Often there were regional interests involved in the use of these types of organisation for the war effort. The Lobetal asylum near Lübtheen (Mecklenburg) is an example. After the reappropriation of the institution initiated by gauleiter Friedrich Hildebrandt, there were no further impediments to the extermination of the mentally handicapped children accommodated there. They were rerouted to a special children’s ward in Lewenberg (Schwerin), where most of them were later murdered by the head of the paediatric department, Dr. Alfred Leu.
 
 
  Stommer, Rainer
Von der »Führerschule der Deutschen Ärzteschaft« zum Lern- und GeDenkOrt Alt Rehse
    294  -  303
  Zusammenfassung >> Summary >>
Zusammenfassung:
Die »Führerschule der Deutschen Ärzteschaft« in Alt Rehse bei Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) diente von 1935 bis 1941 der sogenannten weltanschaulichen Schulung von etwa zehn- bis zwölftausend Ärzten, Apothekern und Hebammen im Nationalsozialismus. Dafür wurde der historische Ort Alt Rehse weitgehend abgerissen, und es entstand ein repräsentatives Schulungslager, bestehend aus einem Mustergut, einem Musterdorf und den eigentlichen Schulungsgebäuden im Parkgelände des Gutes. In dieser idealisierten »Kulisse« einer dörflichen »Volksgemeinschaft« sollten die neuen »Gesundheitsführer« ideologisch geschult und für ihre Aufgaben im Rahmen der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik vorbereitet werden. Gleichzeitig war Alt Rehse das repräsentative Aushängeschild des »Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebundes« unter der Führung des »Reichsärzteführers« Dr. Gerhard Wagner und wurde zahlreichen ausländischen Ärzte-Delegationen vorgeführt, um die angebliche Fortschrittlichkeit der NS-Gesundheitspolitik unter dem Blickwinkel der NS-Rassenhygiene zu demonstrieren. Heute entstehen an diesem Ort ein Dokumentationszentrum zur Geschichte der »Führerschule« sowie eine Bildungseinrichtung, die sich mit historischen und aktuellen Fragen der Ethik in der Medizin auseinandersetzt.
Summary:
From a Nazi Training Academy for German Physicians to a Centre for Documentation and Education – Alt Rehse then and now
From 1935 to 1941, the training academy for German physicians (Führerschule der deutschen Ärzteschaft) in Alt Rehse near Neubrandenburg (Mecklenburg-West Pomerania) provided ideological education extolling the principles of National Socialism for approx. 10,000 to 12,000 physicians, dispensing chemists and midwives. For this purpose the small town of Alt Rehse was almost completely razed to the ground to make way for a large-scale training camp consisting of a model estate, a model community and buildings on the grounds of the estate in which instruction took place. Against this idealised backdrop of a microcosmic »national community« (Volksgemeinschaft) the budding health-care representatives had Nazi ideology drummed into them and were systematically primed for the tasks they would be performing in the framework of Nazi health-care policy. At the same time, Alt Rehse was a showcase for the National Socialist Chamber of Physicians (Nationalsozialistischer Deutscher Ärztebund) under the leadership of chief physician (Reichsärzteführer) Dr. Gerhard Wagner. A number of delegations of physicians from abroad were given guided tours of the premises with a view to convincing them of the progressiveness of Nazi health-care policy from the perspective of Nazi racial hygiene. At this location a documentation centre focusing on the history of the »academy« is now being set up, together with an educational facility casting light on past and current issues connected with medical ethics.
 
 
  Parzer, Robert
Die Villa an der Tiergartenstraße 4
    304  -  312
  Zusammenfassung >> Summary >>
Zusammenfassung:
Die Villa an der Berliner Tiergartenstraße 4 war ab 1940 der Ort, von dem aus die nationalsozialistischen Morde an Kranken und Behinderten gesteuert wurden. Die Wahl des Ortes war beinahe zufällig und setzte den Endpunkt unter städtebauliche Entwicklungen, deren gesellschaftliche, kulturelle und politische Wurzeln weit in das 19. Jahrhundert zurückreichten. Nach der Zerstörung des Hauses im Zuge des sowjetischen Vormarsches auf die letzten Bastionen des NS-Regimes in Berlins Zentrum geriet die Geschichte des Ortes in Vergessenheit. Sie war nur mehr präsent in den Erinnerungen der Menschen, die dort gelebt oder gearbeitet hatten: ein Zweig der Familie Liebermann, der um Restitution des unter Zwang verkauften Hauses kämpfte, sowie die am Krankenmord beteiligten Täter, die im Zuge von Ermittlungen oder vor Gericht aussagten. Der Beitrag rekonstruiert die Geschichte des Ortes, an dem im September 2014 ein Gedenk- und Informationsort zur Erinnerung an die NS-»Euthanasie«-Verbrechen eröffnet wurde.
Summary:
The Mansion at No. 4 Tiergartenstrasse
From 1940 onwards, the mansion at No. 4 Tiergartenstrasse in Berlin was the headquarters for the National Socialist officials supervising the systematic murder of sick and disabled people. The location was selected almost at random, an ignominious end-point to urban developments of a social, cultural and political nature dating far back into the 19th century. After the building was destroyed in the course of the Soviet incursion into the last remaining strongholds of the Nazi regime in central Berlin, its history was initially relegated to oblivion. It only lived on in the memories and concerns of those who had lived and worked there: on the one hand, a line of the Liebermann family struggling to achieve the restitution of property they had originally been forced to sell, on the other those who had connived in the murder of invalids and were summoned to help the authorities with their investigations or to testify in court. The article helps reconstruct the history of the location, where an information centre and a memorial site dedicated to the victims of the Nazi »euthanasia« drive will be opening in September 2014.
 
 
  Andreatta, Pia; Oberthaler, Nadja
»Unerträgliche Ungewissheit«:
Über die Arbeit mit Angehörigen Vermisster
    314  -  323
  Zusammenfassung >> Summary >>
Zusammenfassung:
Menschen können auf unterschiedlichste Weise auf Vermisstenlisten geraten, z. B. in Folge von Unfällen, Gewalt, Suizid oder Katastrophen. Allein in Deutschland werden jährlich ca. 100 000 Menschen als vermisst gemeldet, folglich sind zumindest 500 000 Angehörige wie Partner, Eltern, Kinder oder Freunde betroffen (Müller-Cyran, 2006). Ziel dieser Arbeit ist die psychosoziale Begleitung von Vermissenden aus der Sicht der Berater/innen und Krisenhelfer/innen zu beleuchten, welche die Angehörigen betreuen und sich mit deren Belastungen konfrontieren. Diese umfassen Angst, das Ertragen von Ungewissheit, fehlende Information, stark wechselnde Emotionen, Zuständigkeit verschiedener Behörden usw. Zur Erhebung wurden acht qualitative Interviews zur Arbeit mit Vermissenden durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass spezifische Belastungen, die das »Vermissen« mit sich bringen, auch entsprechende Schwierigkeiten für Helfende hervorrufen. Dazu zählen das Aushalten von Hoffnung und Verzweiflung, unerträgliche Ungewissheit, Mangel an Handlungsmöglichkeiten, Strukturen, die ins Leere führen, fehlende Angebote zu Trauerritualen, aber auch die Tendenz zur Eskalation durch widersprüchliche Informationen und langanhaltende Spannung.
Summary:
Excruciating Uncertain – Working with partners and relatives of missing persons
Various kinds of incident can put people on the »missing persons« lists, including accidents, violence, suicide and disasters. Taking Germany as an example, 100,000 people every year are registered as missing, meaning that at least 500,000 other people are affected by these misfortunes, notably partners, significant others (friends, etc.) and relatives (children, parents, etc.) (Müller-Cyran, 2006). The aim of the present article is to focus on psychosocial work with the partners and relatives of missing persons from the perspective of helpers and counsellors. The latter are confronted head on by the distress caused by the loss of the persons in question. This distress may take different forms: anxiety, the anguish of uncertainty, lack of information, severely fluctuating emotions, the »pillar-to-post« syndrome (division of responsibility among different authorities), etc. The data presented were gleaned from eight qualitative interviews conducted with helpers working with individuals or families who have lost contact with people close to them. The findings indicate that the specific stress profiles typically displayed by partners and relatives have a significant impact on their helpers. These latter are then affected by such things as mood swings between hope and despair, excruciating uncertainty, lack of potential for (professional) action, structures leading nowhere, lack of opportunity for grief rituals and the likelihood of escalation due to contradictory information and prolonged ongoing stress.
 
Forum
 
 
  Mitteilungen der DeGPT
    324  -  325
 
 
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    326  -  327
 
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